rinpotsche (anonym) - 24. Feb, 23:25

Reizleitung

Hast Du ein digitales Handy oder ein analoges? Frag mich. Ich kenne mich bestens aus. Mir ist die Autodidaktik angeboren und ich habe ein natürliches Gespür für feine Ströme. Im Sommer Neunzehnhundertzweiundneunzig konnte ich zwei Wochen auf einem Satelliten verbringen, wo ich viel dazugelernt habe. Vor allem, dass nur Dienstboten jederzeit erreichbar sein sollten.
Wir haben ca. fünf Handys im Haushalt. Verschiedene Klingeltöne sollen den besitzerkonditionierten Erregungszustand, den das Angerufenwerden verursacht, spezifisch hervorrufen. Alle anderen bleiben im Standby. Mit einem ausgewählten Repertoire an Klingeltönen, bei mir Veronica Verrai von A. Celentano, ist schon mal der erste Schritt im Umgang mit dem Zauberkästchen vereinfacht. Alles Weitere hat Nokia farblich geregelt. Abnehmen, auflegen u.s.w.
Das genügt.
Ich verwehre mich aufs Äußerste, wenn die Jugendlichen, die sich in meinem Haushalt ausgebreitet haben, bei meinem fundierten Umgang mit dem kleinen Telefon mit den Augen rollen oder gar seufzend den Raum verlassen. Ich benutze das Ding als Telefon, weiter nicht. Bei dem Versuch, damit Photos zu machen, hab ich mich nur selbst aufgenommen, was zu einem großen Hallo führte, mich aber nicht wirklich irritierte.
Allen Unterrichtseinheiten meiner Schutzbefohlenen zum Trotz bin ich immernoch der Meinung, dass so ein Gerät zur Überhitzung des Gehirns führt, was bei über 42°C Eiweiß, aus dem der Bollen im Schädel hauptsächlich besteht, denaturieren lässt.
Also, wie Du völlig richtig bemerktest, ist es wohl fragwürdig, ob die Kids, die im besten Fall ein gekochtes Ei im Kopf haben, dazu geeignet sind, Dir den richtigen Umgang mit den kleinen Teilchen erklären können.

Ich ruf Dich an

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