Alte Saecke gedenken der toten Schirme

Heute war der Tag der toten Schirme. Gebrochene Rippen, zerfetzte Haut, verbogene Achsen und hölzerne Griffe, die anklagend aus Mülleimern ragten. Opfer des Sturmes allesamt. Zu Tode gekommen während sie ihrer hehren Aufgabe des Menschenschutzes nachkamen. Aller Orten sah man Sterbende, die von den Menschen, die sie mit letzten Kräften zu schützen versuchten beflucht und verwünscht wurden, um wenig später in irgendwelchen städtischen Mülleimern zu enden.
Ein Trauerspiel, Dramen die der Alten Saeckin einen erneuten, nur allzu tiefen Blick in menschliche Abgründe aufnötigten.
Stumme Diener, unter Verwünschungen in ihrer letzten Stunde im Stich gelassen. Treue Seelen, die für nicht mehr als eine versaute Dauerwelle verwünscht wurden. Was sind wir nur für herzlose Wesen. Am liebsten wäre die Alte Saeckin durch die City gezogen und hätte die Opfer des Sturmes zusammengetragen um ihnen eine würdige letzte Ruhestätte zu verschaffen. Aber orkanartige Böen und abartige Regengüsse vereitelten den zutiefst gutherzigen Plan. Nun sitzt die Alte Saeckin am Feuer und schient sich ihre leckgeschlagene Seele mit gerade rechtzeitig per Post eingetroffener Meeresmatschbinden. Manchmal sind gute Freundinnen das Beste was einer Alten Saeckin passieren kann. Verschlammten Dank an das rinpötscherl.
schreiben wie atmen - 10. Feb, 20:38
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