Geben Sie sich mal Mühe
und stellen Sie sich vor:
Es ist Sonntag und es regnet aus kittgrauem Himmel lange Fäden.
Der Mensch an Ihrer Seite sagt: "Wäre auch echt mal Zeit für die Steuer!".
Sie seufzen tief, weil Steuer hauptsächlich Ihr Bier ist.
Sie trinken Kaffee, streicheln Katzen, erfinden lügnerische Ausreden, aber alles hilft nichts.
Sie werfen die strombetriebene Denkhilfe an, schleudern die ELSTER-Formulare im Flug vom Steuerhimmel. DA! DA! Da fällt Ihnen endlich eine letzte nachvollziehbare Ausrede ein: Sie müssen Ihre Mutter anrufen. JETZT! Ganz UNBEDINGT!
Heureka!
Während Sie sich nach dem Wählen über merkwürdige Töne in der Hörmuschel wundern klingelt der zweite Telefonanschluss im Arbeitszimmer. Sie heben ab und stellen fest, dass Ihre beiden Ohren miteinander telefonieren. Zehn unterschiedliche Rufnummer zeitigen stets das gleiche Ergebnis: Sie rufen sich selbst an.
Sie holen tief Luft.
Sie gehen nicht an die Decke (weht da droben nicht eine unselige Spinnwebe im Eck?).
Sie besuchen das Internetportal der Firma Telegeh. Alles funktioniert nicht so, wie es sollte.
Sie wählen dann doch die Servicenummer (zum Glück verfügt der Mensch ja über ein "Cellphone").
Entgegen Ihren Erwartungen ist der junge Mann, der sich Ihnen nach viertelstündiger Wartezeit zuwendet, sehr nett und bemüht. Sie verstehen ihn sehr gut, obwohl die Wartemelodie tinnitusartige Befindlichkeiten innerhalb Ihres Hörzentrums wachgerufen hat.
Der höfliche junge Mann behandelt Sie auf liebevollste Art wie eine Vollidiotin. Ihnen wird bewusst, dass er nicht nur Ihren Vertrag vor Augen hat, sondern auch Ihr Geburtsdatum.
Sie konfrontieren ihn mit einer Latte unnötiger, in diesem Fall aber zielführender Fachbegriffe. Er geht nun, da Sie sich aus der Senioren-Kretin-Ecke herauskatapultiert haben, zielstrebiger vor. Nach zwanzig Minuten ist klar, dass er Ihnen nicht auf direktem Weg helfen kann. Gewitter mit Blitzschlag im ganzen Gebiet - Sie wissen schon. Der Besuch des unerlässlichen Monteurs kann erst in zwei Tagen erfolgen.
Der Stern Ihrer Augen nörgelt, weil er am übernächsten Tag auf den Telegeh-Mann warten soll. Vier Stunden Zeitfenster - was bilden die sich eigentlich ein. Sie bekunden, darüber nicht informiert zu sein.
Ihr Herzblatt verleiht seiner Hoffnung Ausdruck, dass man "wenigstens" die Steuer fertigmachen könne.
Sie wurschteln bis spät am Abend.
Es gibt Reste zu essen.
Es regnet noch immer.
Das Telefon schweigt leider nicht mehr, da der kompetente und zugewandte Telegeh - Mann zu der Überzeugung gelangt war, an eine technikbegeisterte Oma geraten zu sein, und deswegen spontan eine Anrufweiterleitung eingerichtet hatte.
Sie schaffen das mit der Steuer.
Sie werden gelobt.
Es regnet.
Im Bett warten seltsame Träume auf Sie.
Beide Katzen wollen auf Ihnen schlafen.
Es blitzt und donnert.
Jenseits der komplizierten Wiedereinschlafphase warten noch skurrilere Träume.
Montagmorgens um vier will eine der Katzen nach draußen.
Es regnet noch.
Die Katze kommt sofort wieder herein.
Sie hat Hunger.
Als Sie endlich wieder im Bett liegen, will die zweite Katze nach draußen.
Es regnet.
Die zweite Katze geht trotzdem hinaus.
Ehe Sie wieder einschlafen, möchte nun die erste Katze dem Mut der zweiten nicht nachstehen - sie will jetzt doch hinaus.
Die zweite dagegen hat bemerkt, dass es regnet und will wieder herein.
Sie liegen im Bett. Es ist gemütlich. Der Schlaf tappt auf leisen Sohlen heran. Bald schon träumen Sie von einer Wellnessbehandlung, die mit einer feuchten, kühlen Gesichtskompresse beginnt.
Als der Sauerstoff knapp wird, wachen Sie auf und jagen die regennasse Katze aus Ihrem Gesicht.
Die Woche hat begonnen.
Es ist Sonntag und es regnet aus kittgrauem Himmel lange Fäden.
Der Mensch an Ihrer Seite sagt: "Wäre auch echt mal Zeit für die Steuer!".
Sie seufzen tief, weil Steuer hauptsächlich Ihr Bier ist.
Sie trinken Kaffee, streicheln Katzen, erfinden lügnerische Ausreden, aber alles hilft nichts.
Sie werfen die strombetriebene Denkhilfe an, schleudern die ELSTER-Formulare im Flug vom Steuerhimmel. DA! DA! Da fällt Ihnen endlich eine letzte nachvollziehbare Ausrede ein: Sie müssen Ihre Mutter anrufen. JETZT! Ganz UNBEDINGT!
Heureka!
Während Sie sich nach dem Wählen über merkwürdige Töne in der Hörmuschel wundern klingelt der zweite Telefonanschluss im Arbeitszimmer. Sie heben ab und stellen fest, dass Ihre beiden Ohren miteinander telefonieren. Zehn unterschiedliche Rufnummer zeitigen stets das gleiche Ergebnis: Sie rufen sich selbst an.
Sie holen tief Luft.
Sie gehen nicht an die Decke (weht da droben nicht eine unselige Spinnwebe im Eck?).
Sie besuchen das Internetportal der Firma Telegeh. Alles funktioniert nicht so, wie es sollte.
Sie wählen dann doch die Servicenummer (zum Glück verfügt der Mensch ja über ein "Cellphone").
Entgegen Ihren Erwartungen ist der junge Mann, der sich Ihnen nach viertelstündiger Wartezeit zuwendet, sehr nett und bemüht. Sie verstehen ihn sehr gut, obwohl die Wartemelodie tinnitusartige Befindlichkeiten innerhalb Ihres Hörzentrums wachgerufen hat.
Der höfliche junge Mann behandelt Sie auf liebevollste Art wie eine Vollidiotin. Ihnen wird bewusst, dass er nicht nur Ihren Vertrag vor Augen hat, sondern auch Ihr Geburtsdatum.
Sie konfrontieren ihn mit einer Latte unnötiger, in diesem Fall aber zielführender Fachbegriffe. Er geht nun, da Sie sich aus der Senioren-Kretin-Ecke herauskatapultiert haben, zielstrebiger vor. Nach zwanzig Minuten ist klar, dass er Ihnen nicht auf direktem Weg helfen kann. Gewitter mit Blitzschlag im ganzen Gebiet - Sie wissen schon. Der Besuch des unerlässlichen Monteurs kann erst in zwei Tagen erfolgen.
Der Stern Ihrer Augen nörgelt, weil er am übernächsten Tag auf den Telegeh-Mann warten soll. Vier Stunden Zeitfenster - was bilden die sich eigentlich ein. Sie bekunden, darüber nicht informiert zu sein.
Ihr Herzblatt verleiht seiner Hoffnung Ausdruck, dass man "wenigstens" die Steuer fertigmachen könne.
Sie wurschteln bis spät am Abend.
Es gibt Reste zu essen.
Es regnet noch immer.
Das Telefon schweigt leider nicht mehr, da der kompetente und zugewandte Telegeh - Mann zu der Überzeugung gelangt war, an eine technikbegeisterte Oma geraten zu sein, und deswegen spontan eine Anrufweiterleitung eingerichtet hatte.
Sie schaffen das mit der Steuer.
Sie werden gelobt.
Es regnet.
Im Bett warten seltsame Träume auf Sie.
Beide Katzen wollen auf Ihnen schlafen.
Es blitzt und donnert.
Jenseits der komplizierten Wiedereinschlafphase warten noch skurrilere Träume.
Montagmorgens um vier will eine der Katzen nach draußen.
Es regnet noch.
Die Katze kommt sofort wieder herein.
Sie hat Hunger.
Als Sie endlich wieder im Bett liegen, will die zweite Katze nach draußen.
Es regnet.
Die zweite Katze geht trotzdem hinaus.
Ehe Sie wieder einschlafen, möchte nun die erste Katze dem Mut der zweiten nicht nachstehen - sie will jetzt doch hinaus.
Die zweite dagegen hat bemerkt, dass es regnet und will wieder herein.
Sie liegen im Bett. Es ist gemütlich. Der Schlaf tappt auf leisen Sohlen heran. Bald schon träumen Sie von einer Wellnessbehandlung, die mit einer feuchten, kühlen Gesichtskompresse beginnt.
Als der Sauerstoff knapp wird, wachen Sie auf und jagen die regennasse Katze aus Ihrem Gesicht.
Die Woche hat begonnen.
schreiben wie atmen - 2. Jul, 18:34
1124 mal gelesen
phyllis - 2. Jul, 19:10
Yippiee! Solch ein Text, und mein Regentag klart sich unmittelbar auf!
antworten
schreiben wie atmen - 2. Jul, 19:11
Na also, geht doch! ;o)
Eugenie Faust - 5. Jul, 12:09
toll!
sie machen es einem aber auch wirklich leicht, sich das lebhaft vorzustellen. : )